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Lukratives Agrobusiness in Brasilien

Von Dipl.-Kfm. Roland Hartmann

Brasilien ist die neue Großmacht im Agrobusiness. Hohe Wachstumsraten und Rekordernten bilden die Triebfeder für die brasilianische Volkswirtschaft. Das brasilianische Agrobusiness erzeugt ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes, 40 Prozent aller Exporte und stellt zirka 37 Prozent der Arbeitsplätze.

Auch in Zukunft ist mit hohen Zuwachsraten in Brasilien zu rechnen, trotz der zurzeit sinkenden Notierungen an den Warenbörsen für viele Agrarprodukte und steigender Preise für Düngemittel und Treibstoffe. Dies bringt momentan viele Fazendeiros in Zahlungsschwierigkeiten, die ohne genügende Liquidität arbeiteten.

In 2004 stiegen die Agrarexporte aus Brasilien um über 27 Prozent auf 39 Milliarden US $. Hauptabnehmer ist die Europäische Union mit 34,4 Prozent. Zu den traditionellen Agrarerzeugnisse zählen Soja, Rindfleisch, Kaffee, Tabak, Orangensaftkonzentrat, Zucker und Früchte. Beim Export dieser Produkte nimmt Brasilien weltweit Spitzenplätze ein.

Aber auch die Binnennachfrage nach Zuckerrohr steigt durch die Flex-Fuel-Technologie an. Bei der Flex-Fuel-Technologie können Fahrzeuge sowohl mit Alkohol als auch mit Benzin beliebig betankt werden. Schon jetzt sind über 80 % der neuzugelassenen Fahrzeuge mit Flex-Fuel-Technologie ausgerüstet. Der Export von Alkoholtreibstoff hat sich in 2004 verdreifacht. Aufgrund der momentan hohen Ölpreise wird die Nachfrage nach Ethanol auch in Zukunft weiter ansteigen.

Ein weiterer Zweig mit hohen Wachstumsraten in der Zukunft ist die Viehzucht. Fast zwei Millionen Tonnen brasilianisches Rindfleisch gehen in den Export. Das ist mehr als Argentinien, USA und EU zusammen exportieren. Höhere Exportquoten werden zurzeit noch durch tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse blockiert. Der Einfuhrzoll für brasilianisches Fleisch in die Europäische Union beträgt zurzeit bis zu 170 Prozent. Aktuelle Verhandlungen zwischen EU und Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) streben im Rahmen einer Freihandelszone eine Reduzierung dieser Handelshemmnisse an.

Brasilien besitzt bei der Rindfleischproduktion gegenüber den Mitbewerbern deutliche Kostenvorteile. Die Produktionskosten belaufen sich für ein Kilogramm Rindfleisch in Brasilien auf ein US-Dollar, während sie in den USA, Australien und Irland zwei bis drei Dollar betragen. Heute ist ein brasilianisches Rind nach durchschnittlich zwei Jahren schlachtreif. Die Rinder wachsen dort auf weitläufigen Fazendas auf. So steht jedem Rind durchschnittlich ein Hektar Weidefläche zur Verfügung. Dies schlägt sich auch in der Qualität des Fleisches nieder. BSE ist kein Thema und ein brasilianisches Steak hat 40 Prozent weniger Cholesterol als Hühnchenfleisch.

Dass sich Investitionen in das brasilianische Agrobusiness lohnen, spiegelt auch die Tatsache wider, dass viele Rinderbarone eine Zweitwohnung in Paris besitzen. Zurzeit kaufen viele US-Amerikaner verstärkt Landflächen in Brasilien. Das brasilianische Agrobusiness stellt somit eine lukrative Alternative für deutsche Landwirte und Finanzinvestoren dar. Der Grundstückkauf in Brasilien folgt den gleichen Abläufen wie hier in Deutschland. Für ausländische Käufer gibt es nur wenige Einschränkungen. Eine Alternative zum Kauf stellt die Pacht dar, die dort häufig genutzt wird.

Die brasilianische Regierung erleichtert seit dem 6. Oktober 2004 die Visaerteilung an ausländische Investoren. Ab einer Investitionssumme von 50.000 US $ erhalten Investoren (natürliche Personen) ein Visum für fünf Jahre, das anschließend in ein Dauervisum umgewandelt wird. Bisher wurde eine Investitionssumme von 200.000 US $ vorausgesetzt und das Visum galt nur für zwei Jahre. Somit setzt die brasilianische Regierung ein weiteres positives Zeichen für mehr ausländische Investitionen. Schon jetzt ist Brasilien sehr stark geprägt durch europäische Einwanderer, was sich auch auf die Geschäftsmentalität niederschlug. Auch die Lebensqualität in Brasilien ist als hoch einzustufen, schließlich arbeitet man dort, wo andere Urlaub machen.

Die Robustheit der brasilianischen Wirtschaft spiegelt sich darin wider, dass sich trotz der aktuellen Regierungskrise die Wirtschaft weiter wächst. Bei allen positiven Rahmenbedingungen in Brasilien sollten sich die Investoren im Vorfeld möglichst viele Informationen über Brasilien sowie das dortige Agrobusiness besorgen und sich beraten lassen. Es gibt schon viele Leute, die viel Geld in Brasilien verloren haben. Informationen über das brasilianische Agrobusiness erhalten Investoren bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (www.bfai.de) und bei der Deutsch-Brasilianischen Industrie- und Handelskammer. Aktuelle Angebote von Fazendas in Brasilien hat die Unternehmensbörse www.merlean.com.

Weitere Informationen:

merlean

c/o Roland Hartmann

Wingertsfeldstraße 9

68642 Bürstadt

Tel: 06206-6833

Email: roland.hartmann@merlean.com

 




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