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die Problematik

Geringe Eigenkapitalquote und Nachfolgeproblematik
 

Eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele von allen Bundesregierungen war und ist die Förderung der mittelständischen Wirtschaftsstruktur in Deutsch­land. Über den Stellenwert eines starken Mittelstands herrscht auch heute über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit. Dennoch haben es kleine und mittlere Unter­nehmen in Deutschland seit Jahren schwer. Ursachen hierfür sind:

 hohe Steuer- und Abgabenbelastung

 viele bürokratische Vorschriften mit dem daraus resultierenden Verwaltungs­aufwand für die Unternehmen

 hohe Lohnnebenkosten bei unflexiblen Arbeitszeiten

 steigender Fachkräftemangel

1) Geringe Eigenkapitalquote

Diese Faktoren reduzierten die Gewinne der kleinen und mittleren Unternehmen in den letzten Jahren dramatisch. Diese Tatsache spiegelt sich in der niedrigen Eigenkapitalquote und Umsatzrentabilität wider. Eine Untersuchung des Deut­schen Sparkassen- und Giroverbandes beschreibt die wirtschaftliche Situation von kleinen und mittleren Unternehmen (bis fünf Millionen € Umsatz) wie folgt:

 Die Umsatzrentabilität (Gewinn : Umsatz · 100) betrug 3 %, d. h. pro 100 € Umsatz erzielten diese Unternehmen drei Euro Gewinn. Hierbei lag der Handel mit 2,2 % deutlich unter dem Durchschnitt und der Dienst­leistungssektor mit 3,9 % deutlich darüber. 31 % der Unternehmen erzielten keinen Gewinn. Diese Zahlen sind um so dramatischer, da bei Einzelunter­nehmen und Personengesellschaften der Gewinn den Unternehmerlohn dar­stellt. Eine geringe Umsatzrentabilität senkt die Eigenkapitalquote, die Selbstfinanzierung kommt zum Erliegen.

 Die Eigenkapitalquote (Eigenkapital : Gesamtkapital · 100) lag bei knapp 7 %. Somit sind 93 % des Gesamtvermögens der Unternhmen mit Fremdmitteln finan­ziert. Für dieses Fremdkapital zahlen die Unternehmen unabhängig von der momentanen Ertragslage Zinsen und Tilgung. Dies schmälert die Liquidität der Unternehmen erheblich.

 

Unter Einbeziehung der großen Unternehmen steigt die durchschnittliche Eigenkapitalquote in Deutschland auf 14 %. Je nach Branche sollte die Eigenkapitalquote jedoch zwischen 20 und 50 % liegen. Auch im internationalen Vergleich ist die Eigenkapitalausstattung der deutschen Unternehmen zu gering. So haben kleine und mittlere Unternehmen in Frankreich und Portugal eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von über 30 %, in den USA 37 % und in Spanien von über 40 %. Die Eigenkapitalvorschriften in Basel II verschärfen die Situation für die kleinen und mittleren Unternehmen durch eine erschwerte Fremdfinanzierung weiter. Investitions- und Expansionspläne müssen zurückgestellt werden.



2) Nachfolgeproblemaktik

Aus Altersgründen der Inhaber gibt es in Deutschland zirka 350.000 kleine und mittelständische Unternehmen ohne eine Weiterführungsperspektive in den nächsten Jahren. Solche Unternehmen, die infolge der Nachfolgeproblematik in der Krise stecken, haben zumeist einen Investitionsstau und besitzen auch ein be­achtliches Einstellungspotenzial an Arbeitskräften. Der Inves­titionsstau entsteht dadurch, dass der Altunternehmer in den letzten Jahren vor seinem Ausscheiden keine langfristigen Investitionen tätigt. Somit fallen die Abschreibungen niedriger aus, was den Gewinn bzw. das Einkommen des Altunternehmers erhöht. Ebenso stellt der Altunternehmer keine neuen Mitarbeiter zur Expansion des Unternehmens ein. Somit steht eine große Zahl an rentablen Unternehmen für Beteiligungen bereit.




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